Flächenpool in Lichterfelde Süd

Vielfältiges Biotop-Mosaik am südlichen Stadtrand

Lage/Standort
Gemeinde Großbeeren, Landkreis Teltow-Fläming
Fläche Ca. 20 Hektar
Ausgangszustand Intensiv bewirtschaftete Ackerfläche, Ehemaliger Grenzstreifen / Mauerstreifen
Maßnahmen (Auswahl) Gewinnung von regionalem Saatgut, Einsaaten, Pflanzungen, Anlage vielfältiger Habitate
Kontakt
Mareike Lehnert m.lehnert@berlinerstadtgueter.de Telefon: +49 30 46794 205

Kompensationsmaßnahme für das neue Stadtquartier Neulichterfelde

Südlich von Berlin setzt die Berliner Stadtgüter GmbH in Kooperation mit dem Landschaftsplaner Dieter Meermeier seit 2021 die Kompensation für den Neubau von über 2.500 Wohneinheiten für Berlin durch die Groth Gruppe um. Auf der großen Ackerfläche entwickeln die Stadtgüter in Anlehnung an die direkt angrenzende Lichterfelder Weidelandschaft struktur- und artenreiche Lebensräume, die ineinander verzahnt sind.

Kompensationsmaßnahme für das neue Stadtquartier Neulichterfelde am Mauerstreifen nahe der Osdorfer Straße

Um neue Habitate, wie zum Beispiel Wiesen und Weiden, offene Sandbereiche, Sandtrockenrasen und Hochflächen sowie lehmige Senken zu schaffen, wurde der Boden aufwändig modelliert. Nährstoffreiche, humusangereicherte und hagere Standorte oder Rohböden wurden etabliert, Bäume und Hecken gepflanzt, Wild- und Blühpflanzen angesät. Das Saatgut stammt aus der unmittelbaren Umgebung, u. a. aus dem Brandenburger Naturpark Nuthe-Nieplitz und dem Tempelhofer Feld in Berlin. FFH geschützte Arten wie Zauneidechse, Moorfrosch, Knoblauchkröte, Wechselkröte, Großer Feuerfalter, Breitflügelfledermaus und Zwergfledermaus sowie wertgebende europäische Vogelarten, insbesondere Neuntöter, Sperbergrasmücke und Braunkehlchen, sollen auf sie angepasste Lebensräume finden. Die Feldlerche stellte sich direkt nach der Herstellung zahlreich ein, die Wechselkröte wurde bereits im zweiten Jahr gesichtet.

Saatgutgewinnung in der Umgebung

Bodenarbeiten

Moorfroschteich, frisch angelegt

Totholzhabitat für Zauneidechsen

Beweidung mit Pferden

Pferdebeweidung und eine ausgeklügelte Pflege per Hand lassen Kräuter blühen, auf die sich selten gewordene Insekten spezialisiert haben.

Feuerfalter

Die selten gewordenen Feuerfalter brauchen Ampferpflanzen für ihre Raupen. Wir fördern das Knöterichgewächs deshalb gezielt.

Gehölze und Bäume

Gehölze und Bäume sind wahre Mikroklimawunder und Lebensraum für Vögel, Fledermäuse sowie weitere Tierarten.

Tümpel und Feuchtgebiete

Amphibien wie Moorfrosch und Wechselkröte nutzen Tümpel und Teiche als Ausgangspunkt für ihre Wanderungen.

Wildbiene

Wildbienen fühlen sich in struktur- und blütenreichen Landschaften wohl. Auch Hochstauden, Totholz und Sand sind wichtig.

Zauneidechse

Zauneidechsen brauchen Versteckmöglichkeiten, aber auch offene, sandige Flächen zur Eiablage.

Maßnahmen im Überblick

Sommer 2020
Heuernte, um regionales Saatgut zu gewinnen

Frühjahr 2021
Einsaaten, Amphibienschutz

Herbst 2021
Pflanzungen, Sonderhabitate, Bepflanzung der Feuchtgebiete

Frühjahr 2022
Amphibienleiteinrichtungen

Ab Frühjahr 2023
Umsiedelung von Zauneidechsen

Ab 2025
Die Habitatstrukturen sind weitestgehend umgesetzt. Teile der Biotope wurden zur Pflege (Beweidung mit Pferden) an den BUND übergeben.

Winter 2026
Umsetzung der Erweiterungsfläche