Kompensationsmaßnahme für das neue Stadtquartier Neulichterfelde
Südlich von Berlin setzt die Berliner Stadtgüter GmbH in Kooperation mit dem Landschaftsplaner Dieter Meermeier seit 2021 die Kompensation für den Neubau von über 2.500 Wohneinheiten für Berlin durch die Groth Gruppe um. Auf der großen Ackerfläche entwickeln die Stadtgüter in Anlehnung an die direkt angrenzende Lichterfelder Weidelandschaft struktur- und artenreiche Lebensräume, die ineinander verzahnt sind.
Um neue Habitate, wie zum Beispiel Wiesen und Weiden, offene Sandbereiche, Sandtrockenrasen und Hochflächen sowie lehmige Senken zu schaffen, wurde der Boden aufwändig modelliert. Nährstoffreiche, humusangereicherte und hagere Standorte oder Rohböden wurden etabliert, Bäume und Hecken gepflanzt, Wild- und Blühpflanzen angesät. Das Saatgut stammt aus der unmittelbaren Umgebung, u. a. aus dem Brandenburger Naturpark Nuthe-Nieplitz und dem Tempelhofer Feld in Berlin. FFH geschützte Arten wie Zauneidechse, Moorfrosch, Knoblauchkröte, Wechselkröte, Großer Feuerfalter, Breitflügelfledermaus und Zwergfledermaus sowie wertgebende europäische Vogelarten, insbesondere Neuntöter, Sperbergrasmücke und Braunkehlchen, sollen auf sie angepasste Lebensräume finden. Die Feldlerche stellte sich direkt nach der Herstellung zahlreich ein, die Wechselkröte wurde bereits im zweiten Jahr gesichtet.
Beweidung mit Pferden
Pferdebeweidung und eine ausgeklügelte Pflege per Hand lassen Kräuter blühen, auf die sich selten gewordene Insekten spezialisiert haben.
Feuerfalter
Die selten gewordenen Feuerfalter brauchen Ampferpflanzen für ihre Raupen. Wir fördern das Knöterichgewächs deshalb gezielt.
Gehölze und Bäume
Gehölze und Bäume sind wahre Mikroklimawunder und Lebensraum für Vögel, Fledermäuse sowie weitere Tierarten.
Tümpel und Feuchtgebiete
Amphibien wie Moorfrosch und Wechselkröte nutzen Tümpel und Teiche als Ausgangspunkt für ihre Wanderungen.
Wildbiene
Wildbienen fühlen sich in struktur- und blütenreichen Landschaften wohl. Auch Hochstauden, Totholz und Sand sind wichtig.
Zauneidechse
Zauneidechsen brauchen Versteckmöglichkeiten, aber auch offene, sandige Flächen zur Eiablage.
Maßnahmen im Überblick
Sommer 2020
Heuernte, um regionales Saatgut zu gewinnen
Frühjahr 2021
Einsaaten, Amphibienschutz
Herbst 2021
Pflanzungen, Sonderhabitate, Bepflanzung der Feuchtgebiete
Frühjahr 2022
Amphibienleiteinrichtungen
Ab Frühjahr 2023
Umsiedelung von Zauneidechsen
Ab 2025
Die Habitatstrukturen sind weitestgehend umgesetzt. Teile der Biotope wurden zur Pflege (Beweidung mit Pferden) an den BUND übergeben.
Winter 2026
Umsetzung der Erweiterungsfläche