Die Bandbreite unserer Pächter:innen und Mieter:innen ist groß. In kurzen Porträts stellen wir einige vor.
Die Vamper GmbH setzt seit 2020 Reparaturen und Nachrüstungen von Wohnmobilen und Wohnwagen um. In der knapp 1000 m² großen Werkstatt auf dem historischen Gutshof Schönerlinde, Gemeinde Wandlitz, realisieren 14 Mitarbeitende maßgeschneiderte Umbauten für den perfekten Urlaub. Kurz vor dem Start der Reisesaison sprachen wir mit Geschäftsführer Felix Möhres.
Die Reisezeit steht vor der Tür. Was bedeutet das für Sie und Ihr Team?
Der Saisonstart liegt rund um Ostern. Das sind die ersten Ferien, in denen die Camper wieder losfahren. Es folgen die Sommerferien mit unglaublich viel Action. Wir brauchen dann doppelt so viele Parkplätze, weil es sehr viele Kunden mit kleineren Anfragen gibt. In den Wintermonaten stehen eher große und länger geplante Um- und Ausbauten an. Ruhig ist es bei uns eigentlich nur einmal im Jahr, im zweiten Teil der Sommerferien. Danach kommen schon wieder die, die den Winter mit ihrem Camper im Süden verbringen. 2025 haben wir über 1000 Kunden umgesetzt. Wir haben gut zu tun.
Suchen Sie auch Leute auf, die schon unterwegs sind und akute Hilfe brauchen?
Ja, klar, besonders im Sommer kommt das vor. Da haben wir den Kodex, zu helfen. Auch wenn dadurch andere Aufträge umgeplant werden müssen. Wir sind Teil der Camperszene und sehen uns hier in der Verantwortung.
Ist Vamper von Menschen aus dieser Szene gegründet worden?
Absolut. Wir sind alle vorher schon mit dem Wohnmobil unterwegs gewesen. Der eine mit dem Dachzelt, der andere mit einem alten Kastenwagen, ich mit einem VW-Bus. Wir hatten alle Wohn- und Automobilbezug und Lust auf diese Branche.
Von unseren heutigen Mitarbeitern ist jeder ein Camper. Das ist auch wichtig, so können wir unsere Kunden sehr gut verstehen.
Schon kurz nach der Gründung ist Vamper gewachsen. War es schwierig, eine passende Immobilie zu finden?
Wir sind schnell auf die Berliner Stadtgüter aufmerksam geworden. Die Lage in Schönerlinde war passend. Die Halle schien erst etwas groß, war aber viel zu cool, um nicht zuzugreifen. Wir sind dann sehr schnell in die Halle reingewachsen. Nicht jeder Vermieter hätte einer so jungen Firma eine so große Immobilie vermietet. Uns ist hier sehr viel Vertrauen geschenkt worden und wir sind dankbar für diese Chance.
Der Gewerbehof liegt im Grünen. Insektenfreundliche Pflanzungen, Teich, Mehlschwalbenkolonie und Blühwiese machen auch den Hof selbst zu einem ungewöhnlichen Gewerbestandort. Prägt das den Arbeitsalltag?
Der Hof ist schön und gepflegt, aber auch sehr sicher. Im Sommer schmeißen wir in der Mittagspause den Grill an und machen zusammen Pause im Grünen. Wo ist so etwas denn möglich? Das schätze ich auch persönlich sehr. Die Naturatmosphäre passt natürlich gut zum Camping. Ich denke schon, dass die Kunden, die uns ihre hochwertigen Fahrzeuge überlassen, den gepflegten und grünen Hof ansprechend finden.
Sie bilden u. a. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker:innen in der Fachrichtung Caravan- und Reisemobiltechnik aus. Was ist das Besondere an der Ausbildung bei Ihnen?
Ein Wohnmobiltechniker ist etwas ganz anderes als ein KFZ-Mechatroniker. Ersterer muss keine Getriebe und Motoren können, dafür aber Elektrik, Wasser, Gas, Holz, Karosseriebau … Das ist eine wirklich breite Ausbildung. Bis vor kurzem gab es keinen Ausbildungsberuf in einer passenden Fachrichtung. Wir haben aktuell einen Auszubildenden und werden noch in diesem Jahr, spätestens 2027, wieder einen Auszubildenden suchen. Wir bilden sehr gerne aus, schätzen auch den frischen Wind, den ein junger Mensch ins Unternehmen bringt.
Was sind die derzeit wichtigsten Themen beim Wohnmobilausbau?
Das sind Autarkie, Solar, Wasser und natürlich Komfort. Wir rüsten Wohnmobile und Wohnwagen für oft mehrere Tausend Euro nach individuellen Wünschen um. Ein witziges Thema, über das wir gerade auf allen Messen sprechen, sind Toiletten. Hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan.
Gab es ein besonders spannendes Umbauprojekt?
Wir haben für die Brandenburger Sportjugend einen zehn Meter langen Linienbus zum nachhaltigen Turnierbus umgebaut. Mit Arbeitsplätzen, Küche, Sitzecke. Ein cooles Projekt, das übrigens nur möglich war, weil unsere Halle so groß ist. Das ist ein echter Standortvorteil. Alles, was auf der Straße fahren darf, findet den Weg zu uns und passt in unsere Halle. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Vielen Dank für das Gespräch!
Fotos: Vamper GmbH und Berliner Stadtgüter GmbH