Die Berliner Stadtgüter trauern um Dr. Démètre Zavlaris, der am vergangenen Mittwoch (25.02.2026) verstorben ist. Dr. Zavlaris gestaltete das Unternehmen von 1991 bis 2002 als Geschäftsführer. Er prägte die Entwicklung der Berliner Stadtgüter und setzte sich in den herausfordernden Jahren der Transformation nach 1989 mit großem Engagement für den Erhalt der Stadtgüter ein.
Dr. Zavlaris, geboren in Griechenland, kam als Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nach Berlin. 1970 trat er in den Senatsdienst ein und war als Abteilungsleiter für die damaligen Eigenbetriebe zuständig. Nach der deutschen Wiedervereinigung verantwortete er maßgeblich die Zusammenführung der öffentlichen Betriebe in Ost- und Westberlin. Dazu gehörten wichtige kommunale Versorgungsunternehmen wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG im Westteil, BVB im Ostteil) sowie die Wasserbetriebe in Ost- und Westberlin. Seine dabei gewonnene Expertise und seine umfassende Erfahrung empfahlen ihn als Umsetzer für den Neuaufbau der Berliner Stadtgüter. Die elfjährige Tätigkeit als Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter wurde zum Höhepunkt seiner Karriere.
„Dr. Zavlaris ist der Vater der modernen Stadtgüter. Ohne ihn und seinen entschlossenen Einsatz für die Restitution der Flächen und Betriebe, würde es das Unternehmen in dieser Form heute nicht geben“, erklärt Katrin Stary, Geschäftsführerin der BERLINER STADTGÜTER GmbH.
„Wir trauern um einen herausragenden und beharrlichen Kämpfer für die Stadtgüter, der dem Unternehmen bis zu seinem Tod verbunden war. Wir gedenken Dr. Démètre Zavlaris als einem engagierten, verantwortungsbewussten und hoch geschätzten Menschen, der die Stadt Berlin und die Berliner Stadtgüter nachhaltig geprägt hat. Unsere tief empfundene Anteilnahme gilt seinen Angehörigen.“
Die BSB, Betriebsgesellschaft Stadtgüter Berlin mbh, wurde am 18. November 1991 gegründet. Ziel war es, an die Gründungsidee der 1873 entstandenen Berliner Stadtgüter anzuknüpfen und das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren. Die BSB bewirtschaftete damals knapp 18.000 Hektar Fläche in Brandenburg mit zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben. Dr. Zavlaris setzte sich mit großer Entschlossenheit und mit politischem Geschick für die Neugestaltung der Berliner Stadtgüter ein. Die Dimension und die Komplexität der Aufgabe waren gewaltig und machten teils harte Entscheidungen erforderlich. So wurde die Zahl der Mitarbeitenden in kurzer Zeit von rund 4.000 Personen (1989) auf 700 Beschäftigte (1994) reduziert. Dr. Zavlaris unterstützte einen sozialverträglichen Personalabbau und sprach sich auch in den schwierigen Jahren der Transformation dagegen aus, Stadtgüterflächen zu verkaufen. In seiner Zeit als Geschäftsführer entstanden neue Geschäftsfelder wie die Verpachtung von Flächen für erneuerbare Energien und die Planung und Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf Stadtgüterflächen.
Dr. Démètre Zavlaris schied im Dezember 2002 aus Altersgründen aus dem Unternehmen aus. Nachfolger wurde Peter Hecktor. Seit 2015 ist Katrin Stary Geschäftsführerin der BERLINER STADTGÜTER GmbH.
Foto: Dr. Démètre Zavlaris (links) in den 1990er Jahren mit dem Landwirtschaftsminister des Landes Brandenburg Erwin Zimmermann (rechts).