Vom Versorgungsgut zum attraktiven Standort für regionales Gewerbe
Geschichte:
1893 kaufte die Gemeinde Steglitz den Gutshof Kleinziethen, um Gebäude und Land für die Landwirtschaft und die Verrieselung zu nutzen. 1930 gehörten zum Gut rund 522 Hektar Fläche, davon ca. 125 Hektar Rieselland. Im Wirtschaftsjahr 1941/42 waren 165 Arbeiter:innen und 4 Angestellte auf dem Gut beschäftigt. Während des Nationalsozialismus mussten auf dem Gut sehr sicher auch Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangene arbeiten. Nach 1945 nutzte die sowjetische Verwaltung das Gut bis 1949 als Hilfswirtschaft. Mit der Gründung der DDR 1949 wurde Kleinziethen zum Volkseigenen Gut (VEG). 1964 wurde die Bezirksdirektion Volkseigener Güter (BD – VEG) gegründet. Die VEG Berlin, darunter auch Waßmannsdorf mit Selchow, Groß- und Kleinziethen, wurden zu „Versorgungsgütern“ entwickelt, die die Stadt Berlin auf kurzem Wege mit landwirtschaftlichen Produkten versorgen sollten. Kleinziethen wurde zu einem wichtigen Standort für Schweine- und Rindermast, Geflügelzucht, Milch- und Saftproduktion.
Heute:
Die Berliner Stadtgüter GmbH ist längst wieder Eigentümerin des Areals. 2006 wurde auf dem ehemaligen Speicher die erste Photovoltaikanlage der Berliner Stadtgüter in Betrieb genommen. Bis heute produziert die Dach-PV-Anlage grünen Strom. Seit 2019 investieren die Stadtgüter in die Sanierung des Gutshofes. Die historischen Gebäude werden behutsam saniert und an zeitgemäße Anforderungen angepasst. Grünflächen werden optimiert. Insektenfreundliche Pflanzungen, Blühwiesen, heimische Sträucher und Nistkäste sorgen für die naturschutzfachliche Aufwertung des Ensembles. Mit rund 30 Unternehmen und Kleinbetrieben ist der historische Standort heute wieder mit Leben gefüllt.