Flächenpool in Stolpe

Neue Artenvielfalt im ehemaligen Sperrgebiet

Lage/Standort
Stolpe, Stadtteil der Stadt Hohen Neuendorf, Landkreis Oberhavel
Fläche Ca. 15 Hektar
Ausgangszustand Brachwiesen mit zunehmender Sukzession/Verbuschung und Bewaldung, Feldgehölze und Vorwald
Maßnahmen (Auswahl) Pflanzung von Hecken, Streuobstwiesen, Obstbaumreihen, Entwicklung artenreicher Wiesen
Kontakt
Beate Sobioch, Berliner Stadtgüter b.sobioch@berlinerstadtgueter.de Telefon: +49 30 46794 315

Vielfältiger Flächenpool im Landschaftsschutzgebiet

Nördlich von Berlin entwickelt die Berliner Stadtgüter GmbH im ehemaligen innerdeutschen Sperrgebiet einen vielfältigen Flächenpool. 2025 hat die Untere Naturschutzbehörde den Pool anerkannt, seitdem läuft die Vermarktung der einzelnen Maßnahmen.

Die Fläche war lange Sperrzone und ist heute Landschaftsschutzgebiet. Rund um den ehemaligen Grenzstreifen hat sich eine spannende und vielfältige Fauna und Flora entwickelt, die allerdings gefährdet ist. Die Wiesen verbuschen, Neophyten wie die Kanadische Goldrute oder der Japanische Staudenknöterich breiten sich aus.

Der Flächenpool auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf

Die Berliner Stadtgüter werden in den kommenden Jahren eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielfältigen Lebensräumen entwickeln. Ziel der Maßnahmen ist der Erhalt bzw. die Etablierung einer offenen und halboffenen Wiesenlandschaft und die Erhöhung der floristischen und faunistischen Artenvielfalt. Durch die Anpflanzung von Hecken, Gehölzinseln, hochstämmigen Obstbäumen und Säumen werden darüber hinaus neue Strukturen und Habitate geschaffen. Streuobstwiesen werden angelegt und artenreiche Wiesen entwickelt. So schaffen wir neue Strukturen und Habitate und erhöhen die Biodiversität auf der rund 15 Hektar großen Fläche.

Verbuschung durch Neophyten wie Spätblühende Traubenkirsche, im Vordergrund Kanadische Goldrute

Offene und halboffene Wiesenlandschaft

Jährliches Mulchen der verbuschten Wiesenflächen

Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica) am Mauerweg

Freigestellte Wiesenfläche mit heimischen Solitärgehölzen

Gehölze und Baumreihen

Gehölze und Bäume sind wahre Mikroklimawunder und Lebensraum für Vögel, Fledermäuse sowie weitere Tierarten.

Greifvogel

Greifvögel bauen ihre Horste in hohen Bäumen. Wir schützen alte Bäume, pflanzen neue Eichen und helfen Greifvögeln mit Ansitzwarten bei der Jagd. Damit verringern wir Schäden an neu gepflanzten Gehölzen durch Wühlmäuse.

Königskerze

Wildbienen überwintern in Stängeln bunter Wiesensäume. Wir säen regionale Kräutermischungen ein, mähen streifenweise und lassen verblühte Säume im Winter für Insekten stehen.

Obstbaum

Obstbäume locken mit Blüten und Früchten. Wir pflanzen alte Obstsorten, um selten gewordene, historische Kultursorten zu erhalten.

Steinhaufen

In Steinhaufen brüten seltene Steinschmätzer, Holzhaufen sind Lebensraum für Käfer und Eidechsen. Mit Haufen aus Stein, Sand und Totholz reichern wir Flächen mit Strukturen an.

Totholz

Tote Bäume lassen wir stehen, denn sie sind Biotop für Spechte, Käfer, Fledermäuse und Wildbienen.

Wiese

Wiesen prägen unsere Kulturlandschaft. Durch die Einsaat von Saatgut, das zuvor auf artenreichen und blütenreichen Wiesen der Umgebung gesammelt wurde, schaffen wir beste Voraussetzungen für bunte Abwechslung.

Maßnahmen im Überblick

  • Hecken- und Waldrandpflanzung
  • Pflanzung einer Streuobstwiese
  • Entwicklung artenreicher Wiesen
  • Flächige Gehölzpflanzungen

In Planung:

  • Pflanzung einer Obstbaumreihe, Alternative: Laubbaumreihen