Die Stadt Berlin nutzte die Rieselfelder bis 1998 als Abwasserentsorgungsflächen. In Folge der Rieselfeldwirtschaft und der sich anschließenden Grünlandnutzung ist die Vegetation strukturarm und von vielen Störzeigern geprägt.
Seit 2019 entwickeln die Berliner Stadtgüter rund 35 Hektar als Flächenpool und reichern die Landschaft mit neuen Strukturen an. 2024 hat das Landesunternehmen zusätzliche Maßnahmenflächen mit insgesamt ca. 47 Hektar erschlossen. Teilflächen im näheren und weiteren Umfeld des Güterfelder Haussees ergänzen den Flächenpool.
Die weitläufigen Rieselfelder sind schon heute ein wichtiger Rückzugsort für viele Tier- und seltene Vogelarten. Die Flächen sollen in ihrer historischen Struktur erhalten und aufgewertet werden. Stück für Stück entsteht so eine vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft mit zunehmender Biodiversität.Um den Pflegeeingriff möglichst gering zu halten und beispielsweise Insekten und Wiesenbrüter zu schonen, planen wir, die einen Großteil der Flächen zukünftig extensiv mit Rindern und Pferden zu beweiden.
Wildbiene
Wildbienen fühlen sich in struktur- und blütenreichen Landschaften wohl. Auch Hochstauden, Totholz und Sand sind wichtig.
Zauneidechse
Zauneidechsen brauchen Versteckmöglichkeiten, aber auch offene, sandige Flächen zur Eiablage.
Königskerze
Wildbienen überwintern in Stängeln bunter Wiesensäume. Wir säen regionale Kräutermischungen ein, mähen streifenweise und lassen verblühte Säume im Winter für Insekten stehen.
Hecken
Wir pflanzen und pflegen heimische Hecken, denn sie sind Mikroklimawunder und wichtiger Lebensraum für Singvögel und weitere Tierarten.
Grasnelke
Im Sommer blüht hier ein Meer von Grasnelken. Trockene Rasen und Wiesen sind artenreiche Lebensräume, auf die viele seltene Tiere und Pflanzen spezialisiert sind.
Bodenbrüter
Auf den weitläufigen Trockenwiesen brüten von Frühjahr bis Spätsommer Feldlerchen. Wir passen die Wiesenmahd an die Brutzeiten der Bodenbrüter an.
Obstbaum
Obstbäume locken mit Blüten und Früchten. Wir pflanzen alte Obstsorten, um selten gewordene, historische Kultursorten zu erhalten.
Greifvogel
Greifvögel bauen ihre Horste in hohen Bäumen. Wir schützen alte Bäume, pflanzen neue Eichen und helfen Greifvögeln mit Ansitzwarten bei der Jagd. Damit verringern wir Schäden an neu gepflanzten Gehölzen durch Wühlmäuse.
Totholz
Tote Bäume lassen wir stehen, denn sie sind Biotop für Spechte, Käfer, Fledermäuse und Wildbienen.
Wiese
Wiesen prägen unsere Kulturlandschaft. Durch die Einsaat von Saatgut, das zuvor auf artenreichen und blütenreichen Wiesen der Umgebung gesammelt wurde, schaffen wir beste Voraussetzungen für bunte Abwechslung.
Steinhaufen
In Steinhaufen brüten seltene Steinschmätzer, Holzhaufen sind Lebensraum für Käfer und Eidechsen. Mit Haufen aus Stein, Sand und Totholz reichern wir Flächen mit Strukturen an.
Maßnahmen im Überblick
- Anpflanzung von Hecken, Feldgehölzen, Baumreihen
- Anlegen von Streuobstwiesen
- Schaffung von Habitatstrukturen für Herpetofauna, Avifauna, Reptilien
- Anlage von Blühstreifen
- Differenziertes Mahdregime