Kannst du kurz erzählen, wie du zu den Berliner Stadtgütern gekommen bist?
Ich wollte mich beruflich verändern. Die Stadtgüter hatten eine Stelle ausgeschrieben. Berlin ist meine Heimatstadt und ich fand es spannend, für ein Unternehmen des Landes Berlin zu arbeiten.
Kannst du etwas zu deinem beruflichen Hintergrund sagen?
Ich habe schon viel gelernt und gemacht. Ich bin ausgebildeter Mechaniker, gelernter Kaufmann im Einzelhandel und Handelsfachwirt (IHK). Ich war selbständiger Unternehmer und bin schließlich in die Immobilienbranche gewechselt. Ich habe einige Jahre bei einem Makler und als Vermieter gearbeitet und nebenbei den Immobilienfachwirt (IHK) gemacht. Diese Vielfalt von Wissen und Erfahrung kommt mir heute sehr zugute.
Was sind deine Aufgaben?
Ich arbeite im Vertragsmanagement, im Bereich Vermietung und Verpachtung. Wir suchen neue Pächter oder Mieter, machen Besichtigungen, schließen Verträge ab und kümmern uns um die Verwaltung. Was mich an dieser Arbeit so reizt, ist die Vielfalt der Prozesse und der Abläufe. Ich bin draußen unterwegs, treffe Menschen, dann bin ich wieder allein am Rechner und vergrabe mich in Verträgen oder Exceldateien. Ich mag es, dass ich flexibel im Homeoffice arbeiten kann, aber auch, dass ich im Büro Kontakt zu meinen Kollegen habe. Diese Mischung aus Themen und Arbeitsweisen ist genau, was ich will.
Du bist auch für Verträge im Bereich der erneuerbaren Energien zuständig. Herausfordernd?
Ich bin zusammen mit einem kleinen Team für die Bereiche Windenenergie, Agri- und Freiflächen-PV zuständig. Auch wir müssen als Unternehmen an der Energiewende arbeiten und uns fragen, was wir tun können. Wir ermöglichen z. B. Windenergie- und Freiflächen-PV-Anlagen auf unseren Flächen. Die Verträge, die wir betreuen, sind umfangreich. Es müssen Aspekte berücksichtigt werden, die in anderen Miet- und Pachtverträgen keine Rolle spielen, wie zum Beispiel Eintragungen von Dienstbarkeiten oder die Beachtung von Bebauungsplänen. Es ist ein wahnsinnig breit gefächertes Gebiet, das den Horizont erweitert und sehr spannend ist.
2026 wird die erste Agri-PV-Anlage der Berliner Stadtgüter in Betrieb genommen. Ein Leuchtturmprojekt auf 70 Hektar Fläche. Du hast die Verträge mit dem Projektentwickler abgeschlossen. Wie war das?
Agri-PV ist in Deutschland noch recht neu. Es verbindet die Landwirtschaft mit der Energieerzeugung. Das ermöglicht die doppelte Nutzung einer Fläche beziehungsweise Immobilie und stellt somit eine Win-Win-Situation dar. Beim Vertragsabschluss bestand die große Herausforderung darin, beide Seiten gleichermaßen zu berücksichtigen. Beim Landpachtvertrag muss man darauf achten, wie der Landwirt die Fläche nutzt und ob dadurch Gefahren für die PV-Anlage entstehen. Der Photovoltaikanlagenbetreiber muss wiederrum Rücksicht auf den zwischen den Modulen wirtschaftenden Landpächter nehmen. Das war eine große Herausforderung für uns im Vertragswesen, spannendes Neuland.
Was schätzt du an deiner Arbeit bei den Stadtgütern?
Ich bin auch für die Ausbildung zuständig und arbeite viel mit unseren Azubis zusammen. Manchmal sprechen wir darüber, wie der perfekte Job aussieht und ich finde, das ist eigentlich meiner. Ich kann sehr selbstbestimmt arbeiten, bekomme aber auch Unterstützung. Wenn ich mal nicht weiterweiß, gibt es immer ein offenes Ohr, eine offene Tür. Ich arbeite am Rechner, habe mit Menschen und der Natur zu tun. Die Arbeit mit den Azubis ermöglicht es mir, anderen Menschen etwas zu erklären und eigenes Wissen weiterzugeben. Das alles ist sehr vielseitig und macht mir großen Spaß. Und dann fährt man an einem Sommertag von Friedrichshain raus zu unserem Gutshof nach Schönerlinde, sieht die Felder, einen Storch. Das ist doch ein Traum.