Kannst du kurz erzählen, wie du zu den Berliner Stadtgütern gekommen bist?
Das ist lange her, das war vor über 25 Jahren. Ich habe in Eberswalde an der Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung studiert und bin Diplom-Ingenieur für Landschaftsnutzung und Naturschutz. Ich habe mich schon während meines Studiums mit Bodenkunde auseinandergesetzt und das Wissen im Anschluss im Rahmen einer Weiterbildung im Bereich technischer Boden- und Umweltschutz vertieft. Bei den Stadtgütern habe ich im Bereich Natur und Umwelt angefangen. Damals waren die Sanierung von Rieselfeldflächen und der Umgang mit den belasteten Böden meine Arbeitsschwerpunkte. Ich habe mich zum Beispiel mit der Übererdung und der Aufforstung von Rieselfeldflächen beschäftigt.
Was sind deine heutigen Aufgaben?
Jetzt bin ich im Bereich Vermietung und Verpachtung tätig und bin Teil des Bauteams. Ich bin verantwortlich für unsere insbesondere nördlich von Berlin gelegenen Objekte. Wir möchten die Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern die Gebäude auch entwickeln und die Mieter von morgen ansprechen. Ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist der Gewerbehof im ehemaligen Gutshof Schönerlinde. Da haben wir zahlreiche historische und teils über 100 Jahre alte Gebäude entwickelt und für Gewerbemieter unterschiedlichster Couleur nutzbar gemacht. Gerade bauen wir die ehemalige Blumenhalle aus, ein schönes Projekt. Der Gewerbehof ist ziemlich einzigartig, weil er so grün ist. Das ist ein Gewerbehof mit grünem Wohlfühlfaktor.
Ich bin noch immer eingebunden in den Umgang mit unseren Rieselfeldböden, kümmere mich zum Beispiel um die Kalkung und Stabilisierung von belasteten, ehemaligen Rieselfeldern und die Bodenverbesserung von Flächen. Das ist mir auch eine Herzensangelegenheit. Der Klimawandel ist da und stellt auch unsere Böden vor Herausforderungen. Sandige, nährstoff- und humusarme Böden, die wenig Wasser halten – mit solchen Flächen so umzugehen, dass deren Funktionsfähigkeit und Fruchtbarkeit nachhaltig erhalten und verbessert wird, auch das ist ein wichtiges Thema, das mich und uns umtreibt. Es liegt mir sehr viel daran, dass wir auch morgen noch über Flächen verfügen, die gut nutzbar sind und verpachtet werden können.
Was ist das Besondere an der Arbeit bei den Stadtgütern?
Ich arbeite hier recht frei und meine Tätigkeiten sind sehr vielfältig. Monotonie kenne ich nicht. Ich bediene ein sehr vielfältiges Spektrum. Ich spreche mit unterschiedlichsten Dienstleistern, Handwerksfirmen, Planern und Verantwortungsträgern, aber auch mit Landwirten und Gewerbemietern. Es ist mir wichtig, allen gegenüber ein verantwortungsvoller Partner zu sein. Das ist abwechslungsreich und anspruchsvoll zugleich.
Du hast gerade dein 25. Dienstjubiläum bei den Stadtgütern gefeiert. Werden es weitere 25 Jahre?
Gerne. Man ist schon etwas stolz, die Flächen und Objekte über einen so langen Zeitraum begleiten und gestalten zu können. Schlussendlich fühlt man sich dabei als Teil einer Mannschaft auf dem Dampfer „Berliner Stadtgüter“. Wir erhalten, verwalten und entwickeln die Flächen für das Land Berlin und letztlich für zukünftige Generationen. Das bedeutet für mich Verantwortung und auch eine sehr sinnvolle, erfüllte Tätigkeit.