Christina arbeitet im Bereich Natur und Umwelt.
Kannst du kurz erzählen, wie du zu den Berliner Stadtgütern gekommen bist?
Das war 2003. In dem Büro, in dem ich damals arbeitete, habe ich keine Zukunft für mich gesehen. Meine Initiativbewerbung bei den Stadtgütern war erfolgreich und ich habe erst einmal eine Schwangerschaftsvertretung übernommen.
Hast du gleich im Bereich der Kompensationsmaßnahmen gearbeitet?
Ja. Das Geschäftsfeld der Kompensationsmaßnahmen war zu dieser Zeit langsam angelaufen, die ersten Verträge waren 1995 abgeschlossen worden. Nach der Rückkehr der Kollegin aus der Elternzeit bin ich geblieben. Mit einem kleinen Team haben wir den Bereich aufgebaut und erweitert. Und er wächst bis heute.
Du bist Ingenieurin für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung. Was sind deine Aufgaben?
Ein Schwerpunkt meiner Aufgaben ist die von unseren Planerinnen abgestimmten Kompensationsmaßnahmen in einem Vertrag mit dem Vorhabenträger so festzuschreiben, dass die Maßnahmen langfristig gesichert sind und die Anforderungen des Vertragspartners Berücksichtigung finden. Diesen Vertrag betreue ich über die gesamte Laufzeit von 25 Jahren. Zu meinen Aufgaben zählen u. a. die Verwaltung und Betreuung der Verträge sowie das Vertragscontrolling.
Das sind sehr komplexe Verträge, die sich außerdem von Projekt zu Projekt unterscheiden. Genau dein Ding?
Absolut. Ich mache diesen Job, weil ich die Abwechslung genieße. Jeder Fall bringt eine andere Problemstellung und andere Anforderungen mit sich. Daraus ein passendes Konzept zu entwickeln, mit dem sich beide Vertragspartner gut fühlen und durch das sie 25 Jahre lang zusammenarbeiten können, finde ich total schön. Auch die Landwirte, die die Maßnahmen teilweise umsetzen, müssen mit ihren Anforderungen berücksichtigt werden. Bei Artenschutzmaßnahmen sind die Anforderungen oft sehr komplex und besonders hoch. All das spiegelt sich in den Verträgen wider, jeder ist anders.
Was macht dieses Geschäftsfeld bei den Stadtgütern so besonders?
Das Besondere bei uns ist, dass alles in einer Hand liegt. Wir sind der Grundstückseigentümer, Hersteller und langfristige Pfleger der Maßnahmen. Das heißt, der Vorhabenträger muss die Fläche nicht kaufen, sie bleibt bei uns. Wir planen die Maßnahmen bzw. unterstützen den Vertragspartner bei der Planung, haben die Kontakte zu den Naturschutzbehörden und kümmern uns um die langfristige Pflege. Das machen wir, um zu gewährleisten, dass die Maßnahmen wirklich gut umgesetzt und gepflegt werden. Wir wollen ordentliche Maßnahmen auf unseren Flächen haben.
Wir nutzen Kompensationsmaßnahmen zur ökologischen Aufwertung unserer Flächen. Deswegen haben wir ein großes Interesse an der Qualität der Maßnahmen und entwickeln uns stetig weiter. Wir arbeiten mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen und lassen uns auch von Sachverständigen beraten.
Es ist nicht nur ein hochkomplexer, sondern auch ein dynamischer Arbeitsbereich?
Ja. Die Arbeit ist abwechslungsreich und immer wieder spannend. Wenn neue Erkenntnisse gewonnen werden, lassen wir sie in unsere Arbeit einfließen. Ich mache den Job seit über 20 Jahren gerne. Ein Grund dafür ist die große Vielfalt der Maßnahmen. Unser Spektrum hat sich kontinuierlich erweitert, von Hochstamm- und Gehölzpflanzungen über standortangepasste Offenlandpflegen bis hin zu diversen Artenschutzmaßnahmen, um nur einige zu nennen.
Das Team, in dem ich arbeite, ist sehr neugierig und offen. Alle sind interessiert daran, sich neue Bereiche zu erschließen und Dinge zu hinterfragen. Die Umsetzung der Maßnahmen ist Teamarbeit, niemand macht das allein. Es gibt Mitarbeitende, die planen, andere, die Verträge machen und wieder andere, die sie umsetzen. Das funktioniert Hand in Hand.