Moore sind bedeutende Kohlenstoffspeicher. Die entwässerungsbasierte Nutzung dieser Böden ist mit erheblichen Treibhausgasemissionen verbunden. Brandenburg ist geprägt von ausgedehnten Niedermoorflächen. Diese sind in der Regel entwässert und unterliegen fortschreitender Degradierung. Das Projekt WetNetBB untersucht die Möglichkeiten der Bewirtschaftung und Biomasseverwertung von Brandenburger Niedermooren bei torferhaltenden Wasserständen. Dies geschieht auf Flächen, die von den Landeigentümer- und -nutzer:innen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus arbeitet WetNetBB an einer regionalen Wertschöpfungskette für die auf den Flächen produzierte Moorbiomasse.
Die Berliner Stadtgüter sind Kooperationspartner von WetNetBB. Das Landesunternehmen stellt eine von einem Pächter landwirtschaftlich genutzte Niedermoorfläche im Havelland für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung.
„Rund 10 Prozent der Stadtgüterflächen sind Moorböden. Nach der Entwicklung einer eigenen Moorschutzstrategie und einer Machbarkeitsstudie kann jetzt die Wiedervernässung im Rahmen des Projekts erprobt und beforscht werden“, freut sich Katrin Stary, Geschäftsführerin der Berliner Stadtgüter. „Die Kooperation mit WetNetBB ermöglicht uns, die Veränderungen der Böden im Hinblick auf Bewirtschaftung, Biodiversität und Wertschöpfung ganz konkret verfolgen zu können.“
Projektleiterin Prof. Dr. Annette Prochnow: „Unser Fokus liegt dabei von Beginn an auf dem Endergebnis: welches Geschäftsmodell macht die Bewirtschaftung tragfähig.“ WetNetBB forscht entlang der gesamten regionalen Wertschöpfungskette.
Auf den rund 400 Hektar Stadtgüterfläche werden Möglichkeiten zur Bewirtschaftung und Biomasseverwertung von Niedermooren mit torferhaltenden Wasserständen untersucht. Im Projekt wird auch erforscht, welche Auswirkungen diese Nutzung der Moorböden auf die Umwelt hat. Die Treibhausgasemissionen, das Mikroklima, die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen sowie die Wasserverteilung und -qualität werden untersucht. Außerdem werden auf den Flächen spezielle landwirtschaftliche Maschinen für die Bewirtschaftung nasser Böden getestet. Der Arbeitszeitbedarf wird ebenfalls erfasst. So können wichtige ökologische und ökonomische Erkenntnisse gewonnen werden.
Das Projekt „Bewirtschaftung und Biomasseverwertung von nassen Niedermooren: Netz von Modell- und Demonstrationsvorhaben in Moorregionen Brandenburgs“ (WetNetBB) bringt Flächeneigentümer:innen, Landwirt:innen, Wissenschaft und Unternehmen zusammen. Mit den Regionen Rhinluch/Havelland, Mittlere Havel, Uckertal/Randowbruch und dem Spreewald sind die vier größten Moorregionen Brandenburgs eingebunden. WetNetBB wird realisiert von: Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V., Landesamt für Umwelt Brandenburg, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung und GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung.
Das Projekt läuft von September 2023 bis Dezember 2032. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, Projektträger ist die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR).